1.000 Pinterest-Aufrufe – was sind die wirklich wert?

„Mein Pin hat 1.000 Aufrufe!“
Das klingt erst einmal gut.
Vielleicht sogar sehr gut.

Spoiler: 1.000 Aufrufe können 0 €, 10 € oder mehrere Hundert Euro wert sein

Aber wenn du Pinterest für dein Business nutzt, solltest du dir angewöhnen, nach dieser Zahl nicht stehenzubleiben.

Denn die entscheidende Frage ist nicht:

Wie viele Menschen haben meinen Pin gesehen?

Sondern:

Was ist nach diesen 1.000 Aufrufen passiert?

Wie viele Menschen haben geklickt?

Wie viele sind auf deiner Website gelandet?

Wie viele haben sich eingetragen?

Wie viele haben gekauft?

Und vor allem:

Wie viel Umsatz oder Provision ist daraus entstanden?

Denn 1.000 Pinterest-Aufrufe können wirtschaftlich fast wertlos sein.

Oder sie können richtig interessant werden.

1.000 Aufrufe sind zunächst einmal: genau das

1.000 Aufrufe.

Nicht:

  • 1.000 Besucher
  • 1.000 Interessenten
  • 1.000 Leads
  • 1.000 Käufer
  • 1.000 €

Das wird im Online-Marketing erstaunlich häufig miteinander verwechselt.

Pinterest selbst unterscheidet deshalb zwischen verschiedenen Kennzahlen und stellt in seinen Business-Analytics unterschiedliche Interaktions- und Performance-Metriken zur Verfügung.

Denn zwischen einer Impression und einem Verkauf liegen mehrere Schritte.

Zum Beispiel:

1.000 Impressionen

30 Klicks

25 Besucher auf der Website

8 Eintragungen

2 Verkaufsgespräche / Produktinteressenten

1 Kauf

Erst am Ende dieser Kette entsteht Umsatz.

Schauen wir uns drei Geschäftsmodelle an

Und jetzt wird es interessant.

Wir nehmen für alle drei Modelle exakt dieselbe Ausgangssituation:

1.000 Pinterest-Aufrufe.

Wir vergleichen:

Modell A

Amazon Affiliate

Modell B

Affiliate für ein hochpreisiges digitales Produkt

Modell C

Eigenes digitales Produkt

Und wir rechnen bewusst mit realistischen Beispielannahmen, nicht mit irgendwelchen „10.000 € in 30 Tagen“-Versprechen.

Modell A: 1.000 Pinterest-Aufrufe → Amazon

Nehmen wir an:

Von 1.000 Menschen, die deinen Pin sehen, klicken 3 % auf den Link.

Das sind:

30 Klicks.

Von diesen 30 Menschen kaufen beispielsweise 5 %.

Das bedeutet:

1,5 Käufe

Da wir natürlich keine halben Käufe haben können, bedeutet das praktisch:

1–2 Verkäufe.

Nehmen wir einen durchschnittlichen Warenkorb von:

50 €

und für unser Rechenbeispiel eine Provision von:

4,5 %

Dann wären 50 € Einkaufswert:

2,25 € Provision

Bei zwei Verkäufen:

4,50 €

Ergebnis:

1.000 Pinterest-Aufrufe → ungefähr 4,50 € Provision

Das kann funktionieren.

Aber jetzt stell dir die nächste Frage:

Wie viele Pinterest-Aufrufe brauche ich, um daraus 1.000 € zu machen?

Bei 4,50 € pro 1.000 Impressionen wären das theoretisch rund:

222.000 Pinterest-Aufrufe.

Und genau deshalb ist Amazon Affiliate häufig ein Volumenmodell.

Du brauchst entweder:

  • sehr viel Traffic
  • sehr viele Käufe
  • höhere Warenkörbe
  • höhere Provisionskategorien
  • oder eine Kombination daraus.

Die konkrete Provision hängt natürlich von der jeweiligen Amazon-Kategorie und den aktuellen Teilnahmebedingungen ab.

Modell B: 1.000 Pinterest-Aufrufe → hochpreisiges digitales Produkt

Jetzt verändern wir nur eines:
Das Produkt.

Statt eines physischen Produkts für 50 € bewirbst du beispielsweise einen Onlinekurs für 497 €

Nehmen wir wieder:

1.000 Pinterest-Aufrufe

→ 3 % klicken

= 30 Besucher

Von diesen 30 Besuchern kaufen beispielsweise 2 %.

Das ergibt statistisch:

0,6 Verkäufe

Das bedeutet praktisch:

Nicht jeden Tag ein Verkauf.

Aber auf größere Zeiträume gerechnet beispielsweise:

1 Verkauf aus etwa 1.667 qualifizierten Besuchern.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt.

Nehmen wir eine Affiliate-Provision von 50 %.

Aber Achtung:

Bei Digistore24 wird die Affiliate-Provision nicht einfach mit 50 % von den 497 € Brutto berechnet.

Digistore24 rechnet zunächst Mehrwertsteuer und die Digistore24-Marge heraus. Erst danach wird die Affiliate-Provision vom verbleibenden Grundbetrag berechnet.

Nehmen wir der Einfachheit halber einen Käufer aus Deutschland und die aktuell von Digistore24 dargestellte Gebührenlogik.

Bei einem Verkauf von 497 € bleiben nach der Umsatzsteuer und der Digistore24-Marge ungefähr:

456 € Grundbetrag

Davon 50 % Affiliate-Provision:

ca. 228 €

Das ist jetzt eine völlig andere Größenordnung.

Und plötzlich sieht die Rechnung so aus

1.000 Pinterest-Aufrufe

→ 30 Klicks

→ beispielsweise 0,6 Verkäufe

→ bei durchschnittlich 228 € Provision pro Verkauf

= ca. 137 € erwarteter Provisionsertrag

Das ist natürlich eine Modellrechnung.

Ein Verkauf kann ausbleiben.

Es können aber auch zwei Verkäufe entstehen.

Oder zehn.

Der Punkt ist nicht die Zahl 137 €.

Der Punkt ist:

Der wirtschaftliche Wert eines Besuchers hängt massiv davon ab, was du ihm anbietest.

Modell C: 1.000 Pinterest-Aufrufe → eigenes digitales Produkt

Jetzt wird es noch interessanter.

Denn bei einem eigenen digitalen Produkt hast du einen weiteren Hebel:

Du bist nicht nur Vermittler.

Du bist der Anbieter.

Nehmen wir:

497 € Verkaufspreis

und wieder:

30 Besucher

aus 1.000 Pinterest-Aufrufen.

Angenommen, nur 1 von 30 Besuchern kauft.

Dann hast du:

1 Verkauf × 497 € = 497 € Umsatz

Natürlich ist das noch nicht dein Gewinn.

Davon können beispielsweise abgehen:

  • Umsatzsteuer
  • Zahlungsabwicklung
  • Plattformkosten
  • Affiliate-Provisionen
  • Werbekosten
  • Software
  • Rückerstattungen
  • sonstige Betriebskosten
  • deine eigene Arbeitszeit

Aber du besitzt einen entscheidenden Vorteil:

Du bestimmst die Wertschöpfungskette wesentlich stärker selbst.

Jetzt vergleichen wir die drei Modelle

Amazon AffiliateDigital-AffiliateEigenes Digitalprodukt
Pinterest-Aufrufe1.0001.0001.000
angenommene Klickrate3 %3 %3 %
Klicks303030
angenommene Käufe20,61
Beispielpreis50 €497 €497 €
Beispiel-Ertragca. 4,50 €ca. 137 € erwarteter Ertrag497 € Umsatz*

*Vor Steuern, Plattform-/Zahlungskosten, Rückerstattungen, Werbekosten und sonstigen Betriebskosten.

Und genau hier wird die Sache spannend.

Es geht nicht um „mehr Pinterest“

Es geht um:

Mehr Wert pro Besucher.

Das ist eine der wichtigsten Veränderungen im Denken, wenn du aus Social Media oder Pinterest tatsächlich ein Business machen möchtest.

Du kannst versuchen, von:

1.000 Aufrufen

auf:

10.000 Aufrufe

zu kommen.

Das ist eine Möglichkeit.

Oder du kannst überlegen:

Wie mache ich aus denselben 1.000 Aufrufen mehr Wert?

Und dafür gibt es mehrere Stellschrauben.

Stellschraube 1: Die Klickrate

1.000 Impressionen sind nicht automatisch 1.000 Besucher.

Wenn dein Pin 1 % der Menschen zum Klicken bringt:

1.000 → 10 Klicks

Bei 5 %:

1.000 → 50 Klicks

Bei 10 %:

1.000 → 100 Klicks

Natürlich sind solche Werte stark abhängig von Thema, Zielgruppe, Suchintention, Pin-Design und Angebot.

Aber du erkennst das Prinzip:

Der Pin muss nicht nur gesehen werden.

Er muss einen Grund liefern, weiterzugehen.

Stellschraube 2: Die Qualität des Traffics

Jetzt kommt etwas, das häufig unterschätzt wird.

100 Menschen können wertvoller sein als 1.000.

Warum?

Weil die 100 Menschen möglicherweise genau das suchen, was du anbietest.

Ein Beispiel:

Pin A

„10 wunderschöne Ideen für dein Homeoffice“

Kann sehr viele Menschen erreichen.

Aber vielleicht kaufen sie nichts.

Pin B

„Warum dein Homeoffice dich ständig ablenkt – und wie du dein Business trotzdem fokussiert aufbaust“

Weniger Menschen?

Vielleicht.

Aber möglicherweise wesentlich relevantere Menschen.

Und genau das ist Intent.

Nicht jeder Klick ist gleich viel wert.

Stellschraube 3: Das Angebot

Und hier kommen wir zum eigentlichen Hebel.

Du kannst dieselben 1.000 Menschen erreichen.

Aber ihnen völlig unterschiedliche Dinge anbieten.

Angebot 1

Affiliate-Produkt für 20 €

Angebot 2

Affiliate-Produkt für 97 €

Angebot 3

Onlinekurs für 497 €

Angebot 4

Premium-Programm für 1.997 €

Das bedeutet nicht, dass das teuerste Angebot automatisch das beste ist.

Ganz im Gegenteil.

Ein hoher Preis macht ein Angebot nicht automatisch attraktiv.

Aber:

Wenn ein Angebot ein relevantes Problem löst, kann sein wirtschaftlicher Wert erheblich höher sein.

Stellschraube 4: Die Conversion

Nehmen wir wieder:

1.000 Pinterest-Aufrufe

und daraus:

30 Besucher

Jetzt hast du zwei Verkaufsseiten.

Verkaufsseite A

Conversion:

1 %

→ 0,3 Verkäufe

Verkaufsseite B

Conversion:

5 %

→ 1,5 Verkäufe

Du hast exakt denselben Pinterest-Traffic.

Aber plötzlich entsteht ein völlig anderes Ergebnis.

Deshalb ist es oft viel sinnvoller, nicht nur ständig neue Pins zu produzieren.

Sondern auch zu fragen:

Was passiert eigentlich auf der Seite, auf die mein Pin führt?

Und jetzt kommt der vielleicht wichtigste Punkt

Pinterest muss nicht direkt verkaufen.

Das ist ein Denkfehler, den ich bei vielen Pinterest-Strategien sehe.

Manchmal ist:

Pinterest → Amazon

nicht die beste Strecke.

Vielleicht ist:

Pinterest → Blogartikel → Leadmagnet → E-Mail-Liste → Angebot

viel sinnvoller.

Denn du hast damit etwas gewonnen, das du bei einem direkten Affiliate-Klick nicht unbedingt hast:

eine Beziehung.

Der Besucher ist nicht nur ein Klick.

Er kann zum:

  • Leser
  • Abonnenten
  • Interessenten
  • Kunden
  • Stammkunden

werden.

Und genau hier entsteht langfristig ein Business.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stell dir vor, du hast eine Pinterest-Seite zum Thema:

„Online-Business für Frauen 50+“

Du veröffentlichst einen Pin:

„5 Gründe, warum dein Online-Business nicht vorankommt – obwohl du ständig neue Ideen hast“

Der Pin bekommt:

1.000 Impressionen

30 Menschen klicken.

Die Landingpage bietet:

Kostenloser Klarheits-Guide:
Von 100 Ideen zu einem Business, das wirklich zu dir passt

Von den 30 Besuchern tragen sich beispielsweise 10 ein.

Du hast jetzt:

10 Leads.

Noch keinen Umsatz.

Aber du hast etwas aufgebaut.

Diese 10 Menschen können anschließend deine E-Mails lesen.

Sie können weitere Inhalte konsumieren.

Sie können Vertrauen aufbauen.

Und irgendwann kann ein Teil davon dein:

  • Workbook
  • Seminar
  • Onlinekurs
  • Mentoring
  • Coaching
  • Premiumprogramm

kaufen.

Jetzt wird aus Pinterest ein System

Und genau hier liegt für mich der eigentliche Unterschied.

Pinterest als Spielzeug:

„Schau mal, mein Pin hat 10.000 Aufrufe!“

Pinterest als Business:

„Dieser Pin bringt mir jeden Monat qualifizierte Besucher, davon entstehen Leads und daraus Kunden.“

Das zweite ist wesentlich interessanter.

Denn dann kannst du messen.

Die Kennzahlen, die wirklich zählen

Wenn du Pinterest geschäftlich nutzt, würde ich nicht nur auf Impressionen schauen.

Ich würde mir mindestens diese Zahlen ansehen:

1. Impressionen

Wie oft wurde dein Pin ausgespielt?

2. Outbound Clicks

Wie viele Menschen verlassen Pinterest tatsächlich in Richtung deines Angebots?

3. Klickrate

Wie viele der Menschen, die den Pin sehen, klicken?

4. Conversion

Wie viele Besucher werden zu Leads oder Kunden?

5. Umsatz pro Besucher

Wie viel Umsatz erzeugt ein Besucher durchschnittlich?

6. Customer Acquisition Cost

Was kostet dich die Gewinnung eines Kunden?

7. Customer Lifetime Value

Wie viel Umsatz bzw. Deckungsbeitrag erzeugt ein Kunde über die gesamte Kundenbeziehung?

Und plötzlich sprechen wir nicht mehr über:

„Pinterest macht mich reich.“

Sondern über:

Business.

Die wichtigste Zahl ist nicht 1.000

Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieses ganzen Beitrags.

Nicht:

1.000 Aufrufe

sondern:

Umsatz pro 1.000 Aufrufe.

Denn dann kannst du unterschiedliche Strategien tatsächlich vergleichen.

Beispielhafte Wertleiter

Nehmen wir einmal stark vereinfacht an:

Pinterest → Amazon

1.000 Aufrufe → ca. 4,50 € Provision

Pinterest → Digital-Affiliate

1.000 Aufrufe → ca. 137 € erwartete Provision

Pinterest → eigenes Digitalprodukt

1.000 Aufrufe → 497 € Umsatz bei einem angenommenen Verkauf

Damit wird plötzlich eine andere Frage interessant:

Möchte ich 1.000 Menschen erreichen – oder möchte ich aus 1.000 Menschen möglichst viel Wert erzeugen?

Idealerweise natürlich beides – aber die Reihenfolge ist wichtig.

Und genau deshalb halte ich „Über Nacht reich mit Pinterest“ für die falsche Botschaft

Pinterest kann ein hervorragender Bestandteil eines Geschäftsmodells sein.

Pinterest ist darauf ausgerichtet, Menschen Ideen, Produkte und Marken entdecken und planen zu lassen; Pinterest stellt Unternehmen dafür unter anderem Analytics- und Messwerkzeuge zur Verfügung.

Aber Pinterest selbst ist nicht dein Geschäftsmodell.

Es ist ein Vertriebskanal.

Und ein Vertriebskanal wird dann wertvoll, wenn dahinter etwas steht, das wirtschaftlich funktioniert.

Die entscheidende Rechnung

Wenn du mit Pinterest arbeiten möchtest, rechne deshalb nicht zuerst:

„Wie bekomme ich 100.000 Aufrufe?“

Rechne zuerst:

„Was ist mir ein qualifizierter Besucher wert?“

Und dann:

„Wie viele Besucher brauche ich für einen Verkauf?“

Und dann:

„Wie viel bleibt mir nach allen Kosten tatsächlich übrig?“

Erst danach solltest du überlegen:

„Wie viel Pinterest-Traffic brauche ich?“

Denn 1.000 Pinterest-Aufrufe können sein:

0 € ==> wenn niemand klickt.

5 € ==> wenn du ein niedrigpreisiges Affiliate-Modell hast.

100 €+ ==> wenn du ein gut konvertierendes hochpreisiges Affiliate-Angebot bewirbst.

mehrere Hundert Euro Umsatz

wenn dein eigenes digitales Produkt verkauft wird.

Und manchmal sind 1.000 Aufrufe sogar noch wertvoller:

Wenn sie nicht sofort kaufen, sondern Menschen in deine E-Mail-Liste bringen, die später mehrfach bei dir kaufen.

Deshalb mein Fazit

Vergiss die Frage:

„Wie viele Aufrufe brauche ich, um reich zu werden?“

Die bessere Frage lautet:

„Was ist ein Besucher für mein Business wert?“

Denn genau dort beginnt unternehmerisches Denken.

Pinterest kann dir Aufmerksamkeit bringen.

Content kann Vertrauen schaffen.

Eine E-Mail-Liste kann Beziehungen aufbauen.

Ein gutes Angebot kann Probleme lösen.

Und ein sauber aufgebauter Funnel kann aus Aufmerksamkeit Umsatz machen.

Nicht die 1.000 Aufrufe machen dein Geld.

Das Geschäftsmodell dahinter tut es.

Und wenn du Pinterest wirklich für dein Business nutzen willst, solltest du deshalb nicht nur lernen, Pins zu erstellen.

Du solltest lernen, aus Aufmerksamkeit Wert zu schaffen.


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