„Erstelle ein paar Pinterest-Pins, verlinke sie mit Amazon und verdiene damit jeden Monat Tausende Euro.“
Warum „passives Einkommen“ meistens nicht so passiv ist, wie es klingt
Solche Versprechen begegnen einem immer wieder.
Pinterest wird dabei als kostenlose Traffic-Maschine dargestellt, Amazon als riesiger Marktplatz – und dazwischen steht angeblich nur ein Affiliate-Link.
Klingt einfach.
Ist es aber nicht.
Denn Pinterest kann durchaus hervorragenden Traffic liefern. Amazon kann ebenfalls ein interessantes Affiliate-Modell sein. Aber Traffic ist noch kein Umsatz – und Umsatz ist noch lange kein Gewinn.
Und genau hier beginnt die interessante Rechnung.
Das Problem mit dem „Über Nacht reich“-Versprechen
Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel.
Du erstellst einen Pinterest-Pin:
„10 Bücher, die dein Leben verändern können“
Der Pin bekommt Aufmerksamkeit und wird angeklickt.
Sagen wir:
10.000 Pinterest-Impressionen
Davon klicken vielleicht 2 % auf deinen Link.
Das wären:
200 Besucher
Jetzt müssen diese 200 Menschen aber nicht nur auf Amazon landen.
Sie müssen dort auch tatsächlich etwas kaufen.
Und selbst wenn daraus beispielsweise 10 Käufe entstehen, entscheidet anschließend noch der Warenkorbwert und die jeweilige Amazon-Provisionsrate darüber, was tatsächlich bei dir ankommt.
Bei Amazon sind die Standardprovisionen je nach Produktkategorie sehr unterschiedlich. Für physische Bücher nennt Amazon beispielsweise 4,5 %, während bestimmte Kategorien deutlich höher oder niedriger liegen können.
Rechnen wir es einmal herunter:
Du bewirbst ein Buch für 20 €.
Bei 4,5 % Provision wären das:
0,90 € Provision pro Verkauf.
10 Verkäufe ergeben:
9 € Provision.
Und dafür hast du möglicherweise:
- Pinterest-Account aufgebaut
- Keywords recherchiert
- Grafiken erstellt
- mehrere Pins gestaltet
- Beschreibungen geschrieben
- Links gesetzt
- Inhalte produziert
- Reichweite aufgebaut
- Monate auf organischen Traffic gewartet
Das ist nicht falsch.
Aber es ist eben auch nicht:
„Ich pinne ein bisschen und werde reich.“
Pinterest ist eine Trafficquelle – keine Gelddruckmaschine
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Pinterest kann hervorragend funktionieren.
Aber Pinterest bezahlt dich nicht einfach dafür, dass ein Pin viele Aufrufe bekommt.
Der Pin muss Menschen irgendwohin führen.
Und dort muss anschließend etwas passieren.
Zum Beispiel:
Pinterest → Blogartikel → Affiliate-Link → Produkt → Kauf
oder:
Pinterest → Landingpage → E-Mail-Liste → Angebot → Kauf
oder:
Pinterest → Verkaufsseite → digitales Produkt → Kauf
Und genau an diesem Punkt wird es interessant.
Denn die eigentliche Frage lautet nicht:
„Wie bekomme ich möglichst viele Pinterest-Aufrufe?“
Sondern:
„Wie viel Umsatz entsteht aus einem Besucher?“
Beispiel 1: Amazon Affiliate
Nehmen wir einen Pinterest-Account zum Thema:
„Online-Business für Frauen 50+“
Du erstellst 50 Pins rund um:
- Bücher über Business
- Planer
- Notizbücher
- Technik
- Mikrofone
- Kameras
- Schreibtisch-Zubehör
- Business-Bücher
- Produktivitätstools
Das kann durchaus funktionieren.
Aber du bist bei vielen Produkten auf relativ niedrige Einzelprovisionen angewiesen.
Beispiel:
Ein Kunde kauft über deinen Affiliate-Link Produkte im Wert von 100 €.
Selbst bei einer angenommenen Provision von 4,5 % wären das:
4,50 €
Du brauchst also sehr viele Käufe, um daraus beispielsweise 1.000 € Provision zu machen.
Bei 4,50 € pro Verkauf wären dafür rund:
223 Verkäufe
notwendig.
Und genau hier liegt der große Hebelunterschied.
Beispiel 2: Ein digitales Produkt für 497 €
Jetzt wechseln wir das Modell.
Statt einen Menschen auf ein 20-€-Buch zu schicken, leitest du ihn beispielsweise zu einem digitalen Produkt für:
497 €
Das könnte sein:
- ein Onlinekurs
- ein Business-Programm
- ein Coachingprogramm
- eine Ausbildung
- ein umfangreiches Mentoring
- ein Spezialkurs
- ein digitales Komplettpaket
Bei Plattformen wie Digistore24 können Anbieter eigene Affiliate-Provisionen festlegen. Digistore24 nennt auf seinem Affiliate-Marktplatz beispielsweise Provisionen von bis zu 70 %; die tatsächliche Provision hängt aber immer vom jeweiligen Produkt und den Einstellungen des Vendors ab.
Nehmen wir für unser Rechenbeispiel:
497 € Verkaufspreis
und
50 % Affiliate-Provision
Wichtig: Die 50 % werden bei Digistore24 nicht einfach von den 497 € abgezogen. Umsatzsteuer und Digistore24-Marge werden vorher berücksichtigt. Digistore24 beschreibt die Berechnung entsprechend als Bruttoeinnahmen minus Umsatzsteuer, minus Digistore24-Marge und anschließend minus Affiliate-Provision.
Wenn wir – wie im offiziellen Digistore24-Beispiel – mit 19 % deutscher Umsatzsteuer und der dort genannten Marge von 7,9 % + 1 € rechnen, ergibt sich bei 497 € ungefähr:
497 € brutto
→ abzüglich Umsatzsteuer
→ abzüglich Digistore24-Marge
→ verbleibender Grundbetrag
→ davon 50 % Affiliate-Provision
Das ergibt in diesem vereinfachten Beispiel rund:
188 € Affiliate-Provision pro Verkauf.
Jetzt wird die Mathematik plötzlich interessant.
1 Amazon-Verkauf vs. 1 hochpreisiger Digitalverkauf
| Amazon-Beispiel | Digitalprodukt | |
|---|---|---|
| Verkaufspreis | 20 € | 497 € |
| angenommene Provision | 4,5 % | 50 % |
| Provision pro Verkauf | 0,90 € | ca. 188 € |
| Verkäufe für 1.000 € | ca. 1.112 | ca. 6 |
Natürlich sind diese Zahlen nur Rechenbeispiele.
Die tatsächlichen Amazon-Provisionen hängen von der Produktkategorie ab. Bei Digistore24 hängen sie vom jeweiligen Vendor und Produkt ab. Auch Steuern, Stornos, Rückerstattungen und weitere Faktoren beeinflussen das Ergebnis.
Aber die Größenordnung zeigt etwas sehr deutlich:
Nicht nur die Reichweite entscheidet ==> die Wertschöpfung pro Kunde entscheidet.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt
Viele Menschen versuchen beim Affiliate Marketing, möglichst viele Menschen zu erreichen.
Das ist verständlich.
Aber:
1.000 Besucher mit einem 20-€-Produkt sind nicht automatisch wertvoller als 100 Besucher mit einem 497-€-Produkt.
Entscheidend ist:
Wie hoch ist dein Ertrag pro qualifiziertem Besucher?
Nehmen wir wieder ein Beispiel.
Modell A – Amazon
1.000 Besucher
→ 5 % kaufen
→ 50 Verkäufe
→ durchschnittlich 0,90 € Provision
= 45 €
Modell B – digitales Produkt
1.000 Besucher
→ 2 % kaufen
→ 20 Verkäufe
→ ca. 188 € Provision
= 3.760 €
Natürlich ist eine 2-%-Kaufquote bei einem hochpreisigen Produkt keineswegs garantiert.
Im Gegenteil:
Je höher der Preis, desto größer wird normalerweise die Bedeutung von Vertrauen, Positionierung, Verkaufspsychologie, Produktqualität, Zielgruppenfit und Conversion-Optimierung.
Aber genau deshalb ist ein hochpreisiges digitales Produkt ein anderes Geschäftsmodell.
„Aber ich brauche doch erst einmal Reichweite!“
Ja.
Aber auch hier lohnt sich eine andere Denkweise.
Du brauchst nicht zwingend Millionen Menschen.
Du brauchst:
die richtigen Menschen.
Ein Pinterest-Pin wie:
„10 Dinge, die du unbedingt kaufen musst“
spricht möglicherweise eine riesige Zielgruppe an.Ein Pin wie:
„Warum dein Online-Business trotz guter Ideen nicht vorankommt“
spricht möglicherweise viel weniger Menschen an.
Aber die Menschen, die darauf klicken, können wesentlich näher an einem konkreten Problem sein. Und genau dort entsteht wirtschaftlicher Wert.
Pinterest + Amazon ist also nicht schlecht
Das möchte ich ausdrücklich sagen.
Amazon Affiliate Marketing kann funktionieren.
Pinterest kann ebenfalls hervorragend funktionieren.
Die Kombination kann sogar sehr interessant sein.
Aber sie sollte nicht als:
„Über Nacht reich“-Modell
verstanden werden.
Sondern als:
Traffic- und Empfehlungsmodell, das mit Volumen funktioniert.
Und Volumen braucht Zeit.
Du brauchst:
- Content
- Suchbegriffe
- gute Pins
- Klicks
- relevante Landingpages
- Vertrauen
- Conversion
- viele Besucher
- viele Transaktionen
Das kann langfristig sehr interessant werden.
Aber es ist ein Mengen-Spiel.
Hochpreisige digitale Produkte funktionieren anders
Bei einem hochpreisigen digitalen Produkt verschiebt sich der Schwerpunkt.
Du brauchst nicht unbedingt möglichst viele Menschen.
Du brauchst Menschen mit:
Problem + Bedarf + Vertrauen + Zahlungsbereitschaft.
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Denn jemand, der nach – „bestes Mikrofon für YouTube“ – sucht, hat eine andere Kaufmotivation als jemand, der nach
„Wie baue ich mir mit meinem Wissen ein profitables Online-Business auf?“
sucht.
Der zweite Mensch sucht möglicherweise nicht nach einem Produkt.
Er sucht nach einer Lösung für ein Problem.
Und Lösungen haben einen anderen wirtschaftlichen Wert als einzelne Produkte.
Der eigentliche Hebel: Problemlösung statt Produktvermittlung
Stell dir zwei Geschäftsmodelle vor.
Modell 1
Du empfiehlst 100 Menschen ein Produkt für 30 €.
Du bekommst vielleicht ein paar Euro pro Verkauf.
Du musst ständig neue Menschen erreichen.
Modell 2
Du hilfst 100 Menschen bei einem konkreten Problem.
Dein Produkt kostet 497 €.
Du verkaufst vielleicht nicht an 100 davon.
Vielleicht nur an 5.
Aber:
5 × 497 € = 2.485 € Umsatz
und bei einem Affiliate-Modell mit beispielsweise 50 % Provision kann daraus – nach den jeweiligen Plattformabzügen – immer noch ein deutlich höherer Ertrag pro Verkauf entstehen als bei vielen physischen Produkten.
Und hier kommt Pinterest ins Spiel
Pinterest muss gar nicht dein Geschäftsmodell sein.
Pinterest kann dein Zubringer sein.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Du kannst Pinterest nutzen, um Menschen auf deine Inhalte zu bringen.
Zum Beispiel:
Pinterest
↓
Blogartikel
↓
kostenloses PDF / Mini-Training
↓
E-Mail-Liste
↓
Vertrauensaufbau
↓
hochpreisiges digitales Produkt
↓
Kauf
Oder:
Pinterest
↓
Landingpage
↓
Digitalprodukt
↓
Kauf
Oder als Affiliate:
Pinterest
↓
Content
↓
hochpreisiges digitales Produkt eines anderen Anbieters
↓
Affiliate-Provision
Digistore24 unterstützt genau dieses Affiliate-Modell: Affiliates bewerben Produkte anderer Anbieter über Contentseiten, Blogs, YouTube, Podcasts oder andere Werbemaßnahmen und erhalten bei vermittelten Verkäufen eine festgelegte Provision.
Der größte Denkfehler beim „passiven Einkommen“
Viele denken:
Passives Einkommen bedeutet, dass ich nichts mehr tun muss.
Nein.
Passives Einkommen bedeutet eher:
Du baust einen Vermögenswert oder ein System auf, das auch dann weiterarbeiten kann, wenn du nicht für jede einzelne Einnahme aktiv deine Zeit verkaufen musst.
- Ein Pinterest-Account ist ein Vermögenswert.
- Ein Blog ist ein Vermögenswert.
- Eine E-Mail-Liste ist ein Vermögenswert.
- Ein Onlinekurs ist ein Vermögenswert.
- Eine gute Verkaufsseite ist ein Vermögenswert.
- Eine Marke ist ein Vermögenswert.
Aber:
Keiner dieser Vermögenswerte entsteht über Nacht.
Was ich deshalb viel spannender finde
Nicht:
„Wie kann ich mit Pinterest schnell 10.000 € verdienen?“
Sondern:
„Wie baue ich ein System auf, bei dem Pinterest kontinuierlich die richtigen Menschen zu meinen Angeboten führt?“
Das ist eine völlig andere Frage.
Und plötzlich wird aus Pinterest nicht mehr nur eine Plattform für schöne Bilder.
Es wird ein Bestandteil deiner Customer Journey.
Die bessere Strategie
Wenn du heute anfangen würdest, würde ich nicht einfach 500 Pins erstellen und irgendwelche Amazon-Produkte verlinken.
Ich würde rückwärts denken.
Schritt 1: Welches Problem löse ich?
Nicht:
„Was kann ich verkaufen?“
Sondern:
„Welches konkrete Problem meiner Zielgruppe kann ich lösen?“
Schritt 2: Was ist die Lösung?
Zum Beispiel:
- Mini-Produkt
- Workbook
- Onlinekurs
- Masterclass
- Programm
- Coaching
- Membership
Schritt 3: Wie viel ist die Lösung wert?
Ein digitales Produkt für 27 € hat eine andere Verkaufspsychologie als eines für 497 € oder 1.997 €.
Schritt 4: Welche Inhalte ziehen die richtigen Menschen an?
Und genau hier kann Pinterest extrem interessant werden.
Du erstellst nicht einfach hübsche Grafiken.
Du erstellst Content mit Suchintention.
Schritt 5: Wohin führst du den Traffic?
Nicht zwingend direkt zum Kauf.
Vielleicht zunächst zu:
- einem Blogartikel
- einem kostenlosen Guide
- einem Quiz
- einer Checkliste
- einem Webinar
- einer kostenlosen Challenge
- einer E-Mail-Serie
Schritt 6: Was passiert danach?
Denn genau dort entsteht das Business.
Reichweite ist nicht das Geschäftsmodell
- Pinterest kann dir Aufmerksamkeit bringen.
- Amazon kann dir Provisionen bringen.
- Digistore24 kann dir eine technische Infrastruktur für digitale Produkte und Affiliate-Verkäufe bieten.
Aber keine dieser Plattformen ersetzt ein Geschäftsmodell.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Economics pro Kunde.
Wenn du für einen Verkauf 0,90 € verdienst, brauchst du sehr viele Verkäufe.
Wenn du pro vermitteltem Verkauf beispielsweise rund 188 € erhältst, brauchst du deutlich weniger Verkäufe.
Das bedeutet nicht:
„Verkaufe einfach teure Produkte und werde reich.“
Denn auch ein 997-€-Produkt verkauft sich nicht automatisch.
Es bedeutet:
Je höher der Wert der gelösten Kundenproblematik und je besser dein Marketing-Funnel, desto weniger bist du ausschließlich auf Masse angewiesen.
Und genau deshalb würde ich Pinterest nicht als:
„Über Nacht reich mit Amazon“
betrachten.
Sondern als:
Aufmerksamkeitsmaschine für ein durchdachtes Businessmodell.
Denn am Ende entscheidet nicht, wie viele Menschen deinen Pin sehen.
Es entscheidet, was nach dem Klick passiert.